Grobes oder Feines?
Eine Axt kann je nach Unternehmung eine sinnvolle Ergänzung zum Messer sein. Mit einem Team aus Axt und z.B. Taschenmesser oder einem kleineren Fixed kommt man draußen schon unglaublich weit. Während die Axt für das Grobe wie Hacken und Spalten zuständig ist, verrichtet die Säge ihre arbeit still, heimlich und effizient. Jeder Zug ist Präzision pur ohne unnötig kraft zu verschwenden.
Cold Steel Trail Hawk
Das Tomahawk war das 'Schweizer Messer' der Ureinwohner Nordamerikas. Ursprünglich mit einer Steinklinge bestückt, war es ein unentbehrliches Werkzeug im rauen Leben der Stämme. Ob beim Feuerholzmachen, bei der Jagd, als Werkzeug für Holzbearbeitung im Lager, für rituelle Anlässe oder für den Krieger – das Tomahawk war zentraler Bestandteil im Leben der Natives.
Das Trail Hawk führt ein Teil diese Tradition fort. Der Kopf aus Karbonstahl ist nicht fest verkeilt, sondern wird nur auf den Stiel gesteckt, wodurch er sich leicht entfernen lässt (praktisch für den Transport oder um ihn als Handkeil zu nutzen). Und falls der Stiel doch mal brechen sollte, kann man ihn durch einen passenden Ast einfach ersetzen. Das Besondere: Man kann den Hammerkopf auf der Rückseite wirklich zum Einschlagen nutzen. Da es aus Karbonstahl besteht, ist es sehr zäh, muss aber scharf gehalten und nach der Arbeit mit einem Tropfen Öl belohnt werden. Es ist mein Favorit für Projekte, bei denen es auf Vielseitigkeit und das klassische Bushcraft-Gefühl ankommt. Ein echtes Charakterstück. Der von mir aus einem Lederhandschuh angefertigte Klingengenschutz rundet das ganze ab.
Fiskars X10
Die Fiskars X10 ist für mich das moderne Arbeitstier im Lager. Während das Trail Hawk durch Tradition und Vielseitigkeit punktet, ist die X10 auf pure Effizienz getrimmt. Durch den glasfaserverstärkten Kunststoffstiel ist sie nahezu unkaputtbar, verhälltnismaßig leicht und völlig wetterunempfindlich – ein Verrotten oder Splittern des Stiels gibt es hier nicht.
Die Gewichtsverteilung ist perfekt kopflastig, was der X10 für ihre kompakte Größe eine beachtliche Spaltkraft verleiht. Da der Kopf unlösbar mit dem Stiel verbunden ist, bietet sie ein Höchstmaß an Sicherheit, selbst bei harten Schlägen. Ob zum Entasten, zum Spalten von Brennholz oder für den schnellen Lagerbau: Die X10 ist mein 'Sorglos-Paket', wenn ich ein Werkzeug brauche, das ohne viel Pflege immer 100% einsatzbereit ist. Der Klingenschutz ist aus recyceltem Altleder und bei Fiskars erhältlich. Den Griff, der ursprünglich Fiskars-Typisch in orange und schwarz kommt, habe ich wegen der besseren Griffigkeit mit schwarzem, selbsklebendem Verband und, als Schlagschutz für den Stiel, im oberen Bereich mit Paracord umwickelt. Gleichzeitig hat man im Falle eines Unfalls behelfsmäßiges Verbandszeug vor Ort.
Tajima G-Saw 240
Gummierter, ergonomischer Griff, austauschbares Sägeblatt, kompakt und leicht, Karbonstahl-Klinge mit sehr guter Zahnung, hervorragende Performance. Diese Klappsäge, die vor Jahren meine alte Säge ablösen und der nächten Schritt in Richtung höherpreisige Liga sein sollte möchte ich nicht mehr missen. (Hierbei möchte ich erwähnen, auch weil ich als professioneller Handwerker mit der Tajima sehr zufrieden bin, noch keine höherpreisige Säge ausprobiert habe.)
Als typisch japanische Zugsäge arbeitet sie nur beim Heranziehen. Das verhindert, dass sich das Blatt verbiegt und ermöglicht einen sauberen und schnellen Schnitt. Die induktionsgehärteten Zähne sind rasiermesserscharf und fressen sich förmlich durch das Holz. Ob Frischholz im Garten oder Totholz im Wald, die Tajima arbeitet sich überall mühelos durch. Dadurch, dass man die 240 mm lange Klinge bei Bedarf auch austauschen kann, punktet sie auf unserer Nachhaltigkeits-Skala. Der gummierte Griff bietet sowohl bei Nässe und beim arbeiten mit Handschuhen sehr guten Halt. Durch den Klappmechanismus sind die Zähne sicher im Handgriff verborgen und können weder Verletzungen am Körper noch Beschädigungen an der Ausrüstung verursachen. In verbindung mit einem guten Bushcraftmesser ist man ganz weit vorn.